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Demo in Eichstätt – ein voller Erfolg!

Dezember 3, 2011

Am 17.11. war es wieder so weit: in vielen Städten in ganz Deutschland demonstrierten zahlreiche Studierende gemeinsam mit vielen anderen für eine bessere Bildung. Im Rahme der „Global weeks of Education“ fanden im November auf der ganzen Welt Protestaktionen statt, um auf die Notwendigkeit von Verbesserungen im Bildungsbereich aufmerksam zu machen. Auch in Eichstätt gingen ca. 250 Studierende auf die Straße und beteiligten sich an der Demonstration durch die Innenstadt, die der Arbeitskreis Freie Bildung organisiert hatte.

Ab 13.30 sammelten sich alle um den Brunnen vor der Uni und wärmten sich mit Glühwein und Kinderpunsch für den Demonstrationszug zum Marktplatz und zurück auf. Neben den Studierenden und anderen Interessierten folgte auch der Präsident der KU, Prof. Dr. Richard Schenk, der Einladung des AK Freie Bildung. Er er wollte sich die Forderungen der Studierenden anhören und bot an, diese bei einem Gespräch zu diskutieren. Dieses Angebot wurde von den Anwesenden sehr positiv aufgenommen, da die Protestierenden in vielen Städten lediglich auf Ablehnung und Konfrontation stießen. Schon bei den letzten Protesten hatte der damalige Präsident Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl ein offenes Ohr für die Anliegen der Studierenden gezeigt.

Im Vorfeld der Aktionen am 17.11. waren im Sommer auf einem bundesweiten Streiktreffen verschiedene Punkte als Kernforderungen des Bildungsstreiks herausgearbeitet worden. Eine Gewichtung dieser Forderungen war aber bewusst den örtlichen Gruppen überlassen worden. Der AK Freie Bildung hatte sich daraufhin auf fünf unibezogene und vier schulbezogene Forderungen geeinigt, die für den Eichstätter Bildungsstreik als besonders wichtig erachtet wurden.

Die zentrale Forderung war die Abschaffung der Studiengebühren – wie in vielen Städten in Bayern und Niedersachsen, da dies die beiden letzten Bundesländer mit allgemeinen Studiengebühren sind. Zusätzlich wurde ein elternunabhängiges BAföG gefordert, um jungen Menschen die selbstständige Entscheidung für ein Studium ihres Wunschfaches zu erleichtern. Außerdem forderten die Eichstätter Studierenden eine Bekämpfung der Wohnungsnot, da viele Studierenden immer noch keine Wohnung gefunden haben und teilweise über sehr weite Strecken pendeln müssen. Ein weiterer Punkt war die Verringerung des Workloads duch eine konsequente Reduzierung der Prüfungen auf nur noch eine pro Modul. Nach dem Bildungsstreik im Jahr 2009 waren zwar viele Modulbeschreibungen dahingehend geändert worden, wobei jedoch oft noch zusätzliche unbenotete Prüfungsleistungen verlangt werden, was nur geringfügig zur Entlastung der Studierenden beiträgt. Eine weitere Forderung, die schon Teil der Aktionen der letzten Jahre war, ist der Datenschutz bei Prüfungsattesten, da hier die ärztliche Schweigepflicht aufgehoben und die Krankheit benannt werden muss.

Auf diese und weitere Missstände im Bildungssystem machten auch die Rednerinnen und Redner bei der Zwischenkundgebung am Marktplatz aufmerksam. Und Beifall der Demonstrantinnen und Demonstranten forderten sie die Abschaffung der Studiengebühren und ermunterten die Anwesenden, sich bei den zur Zeit laufenden Volksbegehren und Massenpetitionen zu beteiligen. David Nowak redete als erster für den Arbeitskreis Freie Bildung, wobei er vor allem die verschulte Struktur des Bachelorstudiums anprangerte. Nach ihm war der Vorsitzende des Studentischen Konvents an der Reihe, der besonders auf die aktuelle Lage vor Ort einging. Als erste der politischen Rednerinnen und Redner forderte Veronika Kopf als Sprecherin der Juso Hochschulgruppen Bayern die Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaft in Bayern, da mit Baden-Württemberg bald das mit Ausnahme Bayerns letzte der Bundesländer diesen Schritt gehe. Daraufhin folgten neben Wortbeiträgen des Bundesvorsitzenden der ÖDP, Sebastian Frankenberger, und der Eichstätter OB-Kandidatin der Grünen, Manuela Knipp-Lillich, auch Vertreter von DGB, Ver.di und der Partei Die Linke. Danach zogen die Demonstrantinnen und Demonstranten über den Domplatz zur Universität zurück, wo alle Studierenden die Gelegenheit bekamen, am Megaphon ihre ganz persönlichen Wünsche und Forderungen vorzubringen. Einige nutzten diese Gelegenheit, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Insgesamt war die Demonstration ein voller Erfolg. Prozentual auf die Studierendenzahlen hochgerechnet kann sich Eichstätt mit seinen knapp 250 Demonstrantinnen und Demonstranten wirklich sehen lassen! Wenn wir weiterhin gemeinsam dran bleiben und unseren Forderungen Nachdruck verleihen, dann können wir wirklich was bewegen. Der AK Freie Bildung würde sich freuen, wenn auch du dich am weiteren Geschehen beteiligst: wir treffen uns in jeder geraden Kalenderwoche dienstags um 20 Uhr (voraussichtlich in UA-030). Bei den Treffen wollen wir einerseits Filme rund um die Themen Bildung und Protest sehen und anschließend darüber diskutieren. Andererseits sollen auch verschiedene Gäste und Experten zu Diskussionen eingeladen werden. Bei den Treffen soll so auch an der Durchsetzung unserer Forderungen gearbeitet werden.

Details zu den einzelnen Terminen findest du rechtzeitig hier oder auf unserer Facebook-Seite unter „AK Freie Bildung Eichstätt“

Veronika Kopf (für den AK Freie Bildung)

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